Die Felsenbirne

Fast jeder hat sie schon gesehen – in Gärten, Parks und entlang der Straße: Zarte, weiße Blüten, die wunderbar mit dem kupferfarbenen Austrieb der Kupfer-Felsenbirne harmonieren. Diese und andere Arten der langsamwüchsigen, robusten Gattung Amelanchier werden in unseren Gärten gerne als dekorative Ziergehölze verwendet. Doch was nur Wenige wissen – Felsenbirnen sind wertvolle Obstraritäten mit köstlichen Früchten, die auch in jeder Naschhecke ihren festen Platz finden sollten!

Die meisten Arten der Felsenbirne (Amelanchier) sind in Nordamerika, Asien und eine Art – Amelanchier ovalis – in Europa beheimatet. Wie Apfel, Birne und Pflaume gehört auch die Gattung Amelanchier zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Felsenbirnen sind genügsam: mit „normalem“ Gartenboden kommen die meisten sehr gut zurecht und auch trockene Perioden überstehen die Gehölze unbeschadet. Durch ihre Robustheit eignen sie sich auch gut als Stadtpflanzen, selbst das dort übliche Streusalz kann ihnen wenig anhaben.

Amelanchier-Bluete © GartenAkademie.com

  • Als Ziergehölze erfreuen sie uns im Frühling mit zarten, weißen Blüten.
  • Die Früchte der Felsenbirnen sind sehr delikat. Ihr Geschmack erinnert an Weintrauben oder Heidelbeeren. Am besten naschen Sie die Früchte früher Sorten ab Juni gleich direkt vom Strauch. Verarbeitet ergeben Felsenbirnen köstlichen Marmeladen, Liköre und Säfte.
  • Wen das „Felsenbirnen-Fieber“ gepackt hat, der pflanzt am besten mehrere unterschiedliche Arten und Sorten, so kann den ganzen Sommer über immer wieder geerntet und genascht werden.
  • Die Kerne der kleinen Früchte sind so zart, dass sie beim Verzehr nicht stören.
  • Im Herbst begeistern Felsenbirnen durch kräfig orangefarbene bis dunkelrote Herbstfärbung.
  • Die Sträucher kommen sowohl als Solitär (z. B. vor einer dunkellaubigen Hecke) als auch frei wachsend in Naschhecken zur Wirkung.

Amelanchier © GartenAkademie.com

Empfehlenswerte Arten und Sorten:

Die heimische Felsenbirne (Amelanchier ovalisbevorzugt trockene, auch kalkhaltige Standorte. Sie wird 2–3 m hoch. Ihre mittelgroßen Früchte reifen im August.

Die Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia) eignet sich durch ihre gute Frosthärte auch für raue Lagen. Die meisten Sorten werden bis 2,5 m hoch und bilden relativ große Früchte mit bis zu 18 mm Durchmesser, die je nach Sorte Ernte Juni bis August reifen. Die Früchte sind sehr wohlschmeckend und gut lagerfähig.

Die Säulen-Felsenbirnen (Amelanchier alnifolia ‘Obelik’) wird 1,5 Meter breit und 3–5 m hoch. So passt sie mit ihrem höheren, schmalen Wuchs auch in kleinere Hausgärten. Die mittelgroßen Früchte reifen im Spätsommer.

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckiibietet uns mit ihrer besonders orangeroten Herbstfärbung in der goldenen Jahreszeit einen besonders prächtigen Anblick; sie wird 4–5 m hoch und breitViele kennen diese Art auch als dekoratives Landschaftsgehölz. Während der Blütezeit zeigt sie zusätzlich den namensgebenden, kupferfarbenen Austrieb.

Hybrid-Felsenbirne (Amelanchier × grandiflora ‘Ballerina’): Durch ihren Blütenreichtum und relativ große, süße Früchte mit Heidelbeer-Aroma überzeugt diese oft im Handel erhältliche Sorte. Geerntet wird im Juli – am besten zum Verzehr als Naschobst. Der Großstrauch wird 3–6 m groß.

Die Baum-Felsenbirne (Amelanchier arborea) wächst baumförmig, wird 5–8 m hoch. Leider bildet sie weniger Früchte aus als ihre strauchförmigen Verwandten.

Interessante Details über weitere Felsenbirnen-Arten und andere Obstraritäten finden Sie in diesem Buch:

Cover Obstraritäten © avBUCH

Obstraritäten im naturnahen Garten von Gregor Dietrich

Obstraritäten im naturnahen Garten
von Gregor Dietrich

96 Seiten; Verlag avBUCH, 2015
ISBN 978-3-8404-8113-0
12,95 €

Tags: , , , , ,

Category: Aktuelles, Garten & Küche, Gartenbücher, Nutzgarten

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.